Aus dem alltäglichen Geschäftsleben im Einzelhandel ist ein Detektiv nicht mehr wegzudenken. Wer hat die Situation nicht schon einmal mit erlebt oder kennt sie aus der lokalen Presse? In einem Geschäft wurde erneut ein Ladendieb ertappt, oftmals mit einem Diebesgut im Wert von nur wenigen Euro. Dabei sind es nicht nur die Mitarbeiter, die einen Ladendieb überführen, immer mehr Unternehmen greifen auf die professionelle Überwachung ihres Geschäftes durch einen Detektiv zurück. Dieser wird sich mit Einkaufswagen bewaffnet unter die Kunden mischen und versuchen, möglichst unauffällig zu beobachten.
Hat er schließlich einen sich verdächtig benehmenden Kunden entdeckt, wird er unverfänglich die Verfolgung aufnehmen. Ein Detektiv entwickelt im Laufe seiner Berufsjahre ein untrügliches Gespür dafür, wer als potenzieller Langfinger in Frage kommt. Konnte er dann beobachten, dass der Verfolgte tatsächlich Ware eingesteckt hat, wird er ihn weiterhin nicht aus den Augen lassen, bis er schließlich die Kassenzone passiert hat und gerade dabei ist, das Geschäft zu verlassen. Hier ist es an der Zeit für den Detektiv einzugreifen und den Dieb festzuhalten.
Ein Detektiv spürt aber nicht nur Ladendieben nach, er wird häufig auch engagiert, um das Verkaufspersonal entsprechend zu schulen. Er kennt zahlreiche Tricks und Vorgehensweisen der Langfinger und kann auf diese Weise die Mitarbeiter entsprechend sensibilisieren und anweisen, worauf sie speziell zu achten haben. Das gilt nicht nur für die Angestellten im Verkauf, sondern insbesondere auch für das Kassenpersonal. Da wird zwischen Blumenübertopf und Pflanze ein teurer Bohrer versteckt oder Ware mit einem vertauschten Preisetikett auf das Band gelegt. Hier ist es immens wichtig, sich die Einkäufe genau zu betrachten, ob Ware und Preisangabe übereinstimmen können.
Detektive gab es schon immer. Menschen hatten die Angewohnheit, misstrauisch zu sein, seitdem es sie gibt. Die Arbeitsmittel der Ermittler haben sich aber erst in den letzten Jahrzehnten in eine sehr moderne Richtung entwickelt, die es kaum noch möglich macht, etwas im Verborgenen zu tun. Jeder denkt an Sherlock Holmes, den Meisterdetektiv, und hat vor seinem geistigen Auge die Lupe, mit der der Romanheld alles genauer betrachtet, um daraus seine Schlüsse zu ziehen.
Die modernen Detektive haben im Bezug auf die Spionagetechnik ganz andere Voraussetzungen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Aus dem TV kennt man die Detektivserien nach Art von Ingo Lenßen ja zur Genüge. Sehr viel wird in diesen Doku Soaps mit einer Minikamera gearbeitet, die im Knopfloch, in einer Sonnenbrille oder an einer Tasche befestigt ist. So können Gespräche aufgezeichnet werden, alle Ermittlungen sind gleich auf Band festgehalten. Die Minikamera sorgt dafür, dass die Detektive nicht auffallen, während sie ihrer Arbeit nachgehen.
In manchen Fällen könnte eine solche Minikamera fast den Dr. Watson ersetzen. Sie ist zum Teil nämlich auch eine Absicherung, wenn die Detektive einmal auf dünnem Eis unterwegs sind, und ihre Ermittlungen auf gefährlichem Pflaster zu erledigen haben. Ein Kollege kann eingreifen, wenn die Bilder der Minikamera ein besorgniserregendes Bild auf den Monitor des Laptops überträgt, von dem aus die Ermittlungen verfolgt werden. Die Personen, die observiert werden, mit denen geredet wird, bekommen nicht mit, dass sie gefilmt werden, dass während eines scheinbar normalen Gesprächs dokumentiert wird, was sie sagen oder tun. Die Videos, die dank neuester Spionagetechnik aufgenommen werden, werden gelöscht, sobald sich herausstellt, dass keine verwendbaren Informationen darin enthalten sind.
Im Fernsehen sind die Ermittlungen der Detektive meistens in 90 Minuten erledigt. Dies kann natürlich in der Realität nicht so sein. Auch die vielen Zufälle, die den TV Ermittlern zu Hilfe kommen, werden in der Wirklichkeit nicht in der Form passieren, wie es zuschauerfreundlich und spannend in den Episoden der Serien und Filme geschieht.
In der normalen Arbeit, die Detektive bei ihren Ermittlungen leisten, spielt Zeit manchmal eine entscheidende Rolle. Manche Sachverhalte können einfach nicht in wenigen Tagen aufgeklärt werden. Der Ermittler muss sich in die Angelegenheit hineinarbeiten, muss sich mit den Personen und der Situation vertraut machen. Dazu gehört unter anderem auch, mit dem Auftraggeber ein ausführliches Gespräch zu führen, in welchem Informationen ausgetauscht werden, noch bevor die Ermittlungen aufgenommen werden können. Bildmaterial, Videos von zu observierenden Personen, Adressen von Arbeitsstellen, Beschreibungen vom Tagesablauf: Es gibt von Fall zu Fall immer unterschiedlich wichtige Aspekte, die der Detektiv auf jeden Fall kennen muss, um erfolgreich und effektiv arbeiten zu können. Danach fängt die Uhr an zu ticken.
Immer unterschiedlich kommt der Detektiv mit seinen Ermittlungen voran. Manche Fälle lassen sich wirklich in kürzester Zeit lösen, während andere Wochen, ja sogar Monate auf ihre Erledigung warten, weil sich immer wieder nur einzelne kleine Schritte in Richtung Erfolg bewältigen lassen. Mühsam muss mancher Sachverhalt aus vielen Puzzleteilen zusammengesetzt werden, während andere Fakten nahezu klar auf der Hand liegen und nur noch eines letzten, endgültigen Beweises bedürfen. Die Ermittlungen, die in Auftrag gegeben werden, haben alle ernste Hintergründe, egal ob privater oder geschäftlicher Natur. Die Ergebnisse sind wichtig, deshalb darf auch ruhig etwas Zeit vergehen.
Nicht immer genießt ein Mitarbeiter in einem Security Team den Ruf, den er gerne hätte. Prügelnde Zeitgenossen, die die Uniform zum Ausleben eines gewissen Männlichkeitstriebes missbrauchen, verschaffen den ehrlichen, dienstbeflissenen Mitarbeitern ein schlechtes Ansehen. Da werden alle, die die schwarze Kleidung tragen, über einen Kamm geschoren, ohne zu hinterfragen, ob es nicht auch solche Security Angestellte gibt, die ihre Arbeit ernst nehmen und nicht über das Ziel hinaus schießen.
Ein gewisser distanzierter Ton muss sein, wenn die Security mit den einlasswilligen vor einer Disko reden. Die Sicherheitsdienst Mitarbeiter haben ihre Anweisungen, wen sie ins Lokal lassen dürfen, und wen nicht. Wenn die Kleidung, das Aussehen oder der Alkoholspiegel, den die Gäste mitbringen, nicht in das Konzept der Disko passen, dann bleiben die Menschen draußen. Die Security wird hier mit Geld zu bestechen versucht, aber auch stundenlange Diskussionen und Streitigkeiten können vorkommen. Kein Wunder, wenn der Türsteher dann einmal laut wird, wenn ihn ein betrunkener Gast einige Zeit von seiner Arbeit ablenkt, obwohl das „Nein“ eindeutig war. Manche übertreiben es aber dann und wenden Gewalt an, drohen den Gästen, denen der Eintritt verwehrt wurde. Ein neuer Kollege wird unter dem Ruf, den ein alter, ungeschickter Mitarbeiter geschaffen hat, noch lange zu leiden haben. Auch die prügelnden Zeitgenossen, die für die Volksfestsaison bei einer Security anheuern, wenn Not am Mann ist, sind geschäftsschädigend.
Viele Leute machen keine Unterschiede, welcher Firmenname hinter der Security steht. Sie werfen alle in einen Topf, und zwar die, die Mist bauen, weil sie unerfahren, zu wenig ausgebildet und voller falschem Tatendrang sind, und jene, die mit einer fundierten Ausbildung das Beste aus ihren Kenntnissen machen.
Kaum eine Disko kann heute noch ohne Security auskommen. Die Leute an der Kasse können nicht am Eingang auch noch überprüfen, wer schon über 16 Jahre ist, wer in Begleitung einer Aufsichtsperson und wer legal, da über 18, Zutritt zum Etablissement erhalten darf. Zu manchen Zeiten, wenn viele Besucher kommen, hätte dies lange Schlangen vor der Eingangstüre zur Folge, die dafür sorgen, dass sich viele Gäste Lokale suchen, vor denen sie nicht so lange stehen müssen. Die Gesetze sind sehr streng; findet die Polizei oder das Jugendamt bei einer Kontrolle Jugendliche nach Null Uhr in der Disko, wäre dies ein teurer Spaß für den Inhaber. Es ist zwar auch nicht kostenlos, die Security zu beschäftigen, doch immer noch günstiger, als die hohen Geldstrafen oder, bei mehrmaligen Vergehen, die Schließung des Lokals.
Auch der Parkplatz vor einer Disko wird von der Security überwacht. Viel zu oft werden Autos aufgebrochen oder Drogen verschoben, was nicht unbedingt zum guten Ruf einer Diskothek beiträgt. Wer immer gut besucht sein will, muss dafür auch etwas tun. Ein Teil der Überwachung kann per Videoüberwachung stattfinden, aber auch Streifengänge und Kontrollen sind erforderlich.
Selbst im Inneren der Diskothek müssen immer einige Leute von der Security anwesend sein. Es geht darum, Alkoholabusus zu verhindern, Drogen zu verbannen, aber auch Streitereien, die unter dem Einfluss von Alkohol durchaus häufig entstehen, zu vermeiden. Je ruhiger ein solcher Abend in der Disko verläuft, umso besser arbeitet die Security. Natürlich dürfen die Gäste nicht den Eindruck bekommen, überwacht zu werden. Arbeiten aus dem Hintergrund, aber dennoch vor Ort zu sein, wenn es brennt, ist die Aufgabe der Security in einer Disko.